Entstehung des Klosters Schönthal
Im Jahre 1130 befand sich Graf Adelbert der Zweite von Froburg mit seinen Knappen in der Wildnis eines nordwestlich von der Stammburg gelegenen Thales auf der Jagd. Nachdem sie lange in dieser einsamen, mit Gestrüpp überwachsenen Gegend umhergeirrt, siehe! da erblickten sie eine wundersame Frau, die an einer Quelle sass und ein Kindlein in den Armen hielt. Wie sie näher traten, erkannten sie in ihr die Mutter Gottes mit ihrem Sohne. Auf einem Wagen, den ein Lamm und ein Löwe zogen, fuhren sie gen Himmel. Ob diesem Gesichte erstaunten der Graf und die Jäger allzumal. Er liess zur Stunde die Gegend vom Gesträuche säubern, dass sie aus einem wüsten ein schönes Thal ward und legte den Grund zu dem Benediktiner-Kloster Schönthal. Die Stiftungsurkunde desselben wurde jedoch erst 1145 ausgefertigt, als Ortlieb von Froburg auf dem Bischofsstuhle zu Basel sass. Noch heute sieht man an der leer stehenden Kirche des seit der Reformation aufgehobenen Klosters den Löwen und das Lamm in Stein ausgehauen.
Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch