Mutabor Märchenstiftung

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Der Spielplatz

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Kategorie: Sage

An der Halde, am Nordabhang des Mettenberges, welcher zwischen dem obern und untern Grindelwaldgletscher fast mitten inne steht, waren schöne, grüne Weiden, die im Sommer immer einen reichen Ertrag an Heu lieferten. Wenn nun die Mähder recht fleissig waren und ein Gewitter unerwartet sie zu überraschen drohte, so kamen von den Felsen herab die Bergmännlein mit Gabeln und Rechen und halfen ihnen das Heu zusammenhäufen, in Bündel binden und in die Scheunen tragen, oder im Herbst das Vieh besorgen und heimtreiben, wenn es sich verlaufen hatte.

In der Nähe war aber auch ein Spielplatz, wo die Mähder, wenn sie von der Arbeit ausruhten, sich von allen Weiden sammelten, um sich zu verthun. Da rangen und schwangen die jungen Burschen, hoben Steine und schlugen das Rad, während die Mädchen sangen. Oft auch machten sie allerlei lustige Spiele, tanzten auf dem Rasen und jodelten dazu. Da schlichen sich oft auch die Zwerglein herbei, sahen zu und hatten ihre Freude daran.

Eines Tages, wie die jungen Leute sich wieder auf dem Spielplatz unterhielten, kam ein Zwerglein hinter einem Felsen hervor, setzte sich auf den Ast einer Tanne, die knorrig unter dem Felsen hervorwuchs, und schaute still lächelnd dem lustigen Treiben zu. Plötzlich entdeckte ihn einer der Sennen und rief mit spottendem Lachen: "Seht ihr ihn da, den kleinen Knirps auf der Tanne?" Da verschwand der Zwerg ungesäumt hinter dem Felsen; und niemand hat seither dort je wieder einen gesehen weder beim Heuen noch beim Spiel.

Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871 

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