Der Kirchenbau zu St. Stephan
Vor uralten Zeiten wollte die Gemeinde St. Stephan an der Simmen eine Kirche bauen, und der Platz, wo nun ein gewaltiges steinernes Gebäude steht, war dazu ausersehen. Aber zum Schrecken der Ģemeinde wurde von unsichtbarer, gewaltiger Hand jede Nacht das Mauerwerk wieder zerstört, das den Tag über die emsigen Thalleute aufgeführt hatten. Da beschloss die fromme Gemeinde unter Gebeten die Werkzeuge des Kirchenbaues einem in's Joch gespannten Ochsenpaar aufzulegen, und wo durch Walten der verborgenen Macht die Ochsen stille stehen würden, da sollte die Kirche gebaut werden. Die geweihten Thiere gingen über den Fluss und stellten sich auf dem Platze, wo jetzt die Kirche von St Stephan vollendet steht.
Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch