Dreierlei Schatzbohnen
Am Strätlinger Thurm beim Schlosse Spiez am Thunersee ging ein Mann nach Ostern im Gestrüpp umher und sah hier eine Jungfrau sitzen, die auf ausgebreitetem Tuche dreierlei Haufen Bohnen vor sich hatte. Dem Manne gefielen die Bohnen ihrer Art wegen, und er erbat sich davon, um sie jetzt der Jahreszeit nach, bald im Garten zu setzen. Die Jungfrau gab ihm bereitwillig die Hände voll von jeder Sorte. Auf dem Heimwege wurden ihm die Bohnen gar zu schwer im Sacke. Als er nachschaute, waren die der gelben Sorte in Goldstücke, die der weissen in Thaler, und die der schwarzen Sorte in Scheidemünze verwandelt. Jetzt wusste der Mann, dass er die Strätlinger Jungfer gesehen hatte.
Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch