Die Bergli-Ateren
Es ischt e Mal e fährede Schueler i Bergli ufe chu und ine Hütte g'gange. Es wird schätz kei ryche gsi si (sie chänd nu ander Lüt rych mache), drum hät er dem Sänn etis z'Esse gheuschet, der Gottswille. Aber der Sänn ischt e herte Dingeler gsi (harter Kerl) und het gseit: chum mer a d'Chilbe, (Kirchweih) du Strolch.
Uf das gat der Schueler i Chräuchthel (Krauchthal) über-n-und tänkt: fine gänds' mer da au nüt? Aber die i Chräuchtel heid em g'gi so viel er het möge, Schotte-n-und Ziger und vum überbliebne Fänz (Alpenspeise aus Mehl und Butter)und heidne gfraget, ob er will übernacht si. Abem z'Nacht sitzet der Sänn und der Zusänn und d'Chnecht mit dem Schueler um d's Für umme und heid Churzwyl. Der Schueler seit: E schüneri Alp git's doch wyt umme keine as Chräuchthel. Mer meinteds au, seit der Sänn, wämmer nu nüd mit dene Tunstigsatere (Donnerstagsnattern, milder für verfluchte Nattern) plaget wäre. Die Chöge' byssed d's Veh id Bei und suged de Chüene d'Milch usem Uter use. Das Ertigist ist, dass die i Bergli kei heid. So? Heid sie kei dänne? fraget der Schueler. Süsst seit er nüt.
Aber um Morged ist er uf-ne Büchel (Bühl) ufe gstande und het allerlei Faxe g'macht und Ring g'schlage und d'Atere us Chräuchthel i Bergli übere b'bannt, as me-n-jez i Chräuchthel kei meh gseht und all überänne sind.
Mundart des Kleinthals
Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch