Der Schlafstein
Wo d'Glarner mit dä Oestrychärä Händel g'ha händ (es ist jez schu ebig lang sit dem) sind ä Mal ä Hufä-n-Oestrycher vu Chiräzä nachä-n-a Frunalp und Heubodä chu und händ dä Purä wellä d's Veh nih. Wo d'Purä das gsih händ, so händ se sie g'wehrt für ihres Vehli, was sie händ mögä, aber dies sind z'viel gsi und händ die Glarner all erschlagä bis a-n-einä; das ischt ä bäumig starchä Purscht gsi. Der hät mit sym Wafä drig'schlagä, dass äm all hönd müese us Wäg. Woner ne-n-aber us dä Händä gsi ist, so lauft er obsi und staht uf die gross Wand ufä und fat mit sym Hore-n-a hürnä, as mäs dundä-n-im Dorf hät mögä g'hörä. Wo-n-er gar nie hät wellä hörä so händ sie dundä g'merkt, as öppis ugrads mues um d'Wäg si und sind ä Puschel Lüt ufä g'gangä und der wonäm' d'Alp g'hört, hät mitänä und sy Tochter au. Wo sie uf d'Alp chänd, so händ diess d'Hüttä-n-azündt gha und händ mittem Veh wellä wyters. Aber die undä-n-ufä sind hinders här und hönd die eine z'todt gschlagä und die anderä verjagt und d's Veh wieder z'Handä g'nu. Der nah händ sie der jung Purscht gsuecht, wo g'hürnet hät, und d'Jumpferä, wo mit ne-n-ufä ist, hät ne g'hulfä und ist allä für. Es nint eim nüt wunder, es ist der Liebster gsi. Wo si uf d'Wand chänd, findeds ne, aber ase todt vu dä Wundä und vum Laufä-n-und Hürnä. Wo das sy Liebsti gsieh hät, ischi bynem umg'fallä und hät der Geist ufg'gi. Sitdem seit mä der Wand der Schlafstei, wil di Zwei da etschlafä sind, der Purscht und sy Liebsti.
Mundart des Hauptorts Glarus
Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch