Sage vom Schafselbsanft (H. Herzog)
Ufem Schafselbsanft hets vor altem schüni Weid ghä. Jez gsieht me nüt meh dervu, wegem Fire, aber as der Fire-n-abe chu ischt, da ischt der Balz z'Schuld, das ischt der letzt Sänn gsi. Der het mit sym Sänte welle z'Alp fahre a Limmere. Wo-n-er über d'Pantebrugg will, so gsieht er wyt unde-n-im Loch en alts Wybli, das het ufegrüeft und schüüzli bynem aghalte, er söll em ufehelfe, aber der Balz het gseit: „Hock du nu da unde; worum bist abe“, und het g'lachet. – Es vergünd etis Tage-n-über das, so sitzet der Balz vorusse-n-und lueget dem Veh. Uf ei Mal gits e Chlapf und der Fire rutschet a und ninnt als mitem, d'Stei und d'Hütte-n-und 's Veh, und der Balz het au nümme chänne flieh und het müesse-n-über d'Wand abe wie das ander. Wo-n-er schu z'usserst usse gsi ischt, heter das alt Wybli wieder gsih, das ischt mitem Fire derher z'ryte chu und het ne-n-use g'stosse und gseit: „Jez will ich lache.“
Mundart des Grossthal`s
Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch