Mutabor Märchenstiftung

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Der geizige Ritter auf Kastelen

Land: Schweiz
Kanton: Luzern
Kategorie: Sage

Ritter Kuno von Kastelen bei Ettiswyl war ein habsüchtiger Mann, der einst an einem Freitage mit dem Teufel ein Bündnis schloss, und ihm seine Seele verschrieb, wenn er ihn zum reichsten Manne in der Gegend mache. Der Teufel erschien in Zwergengestalt und mit Knotenstock, Bocksfuss und Bärenmütze, um die Hörner zu verdecken. Alle Gesteine und Holzblöcke im Hofraume der Burg verwandelten sich nun in lauter funkelndes Gold. Der helle Glanz desselben aber blendete den Geizhals dermassen, dass er bald darob erblindete. Darüber gerieth er in Verzweiflung. Des Lebens überdrüssig, rief er dem Teufel, der warf sich ihm in die Arme. Sofort wurde er von ihm fortgetragen und verschwand für immer. Die Schätze aber versanken in die Erde. Alljährlich am Charfreitage zur Mitternachtsstunde kommt etwas davon an's Tageslicht, und zwar in Holz- oder Steingestalt. Wem es gelingt, davon zu erhaschen, soll den Stoff nach Hause nehmen und sieben Tage lang in finsterer Truhe liegen lassen, so wird er ihn am Ende der Frist als gediegenes Gold antreffen.

Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871 

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