Wie die Kastanien am Vierwaldstätter-See heimisch wurden
Vor vielen Jahren übernachteten auf einem sehr schön am Vierwaldstätter-See gelegenen Hofe der Gemeinde Horw zwei Italiener. Als sie am Morgen weggingen, übergaben sie dem Gastgeber zum Danke zwei Kastanien, die er setzen solle. Er that's, und sah zu seiner grössten Freude bald zwei üppige Bäume herangewachsen, die er sorgfältig pflegte, bis sie ihm Früchte trugen, welche er sehr schmackhaft fand. Indem er wieder neuerdings Kastanien setzte, hatte er noch bei Lebzeiten einen Wald von fruchtbaren kräftigen Kastanienbäumen. Von da haben sich die Kastanienbäume dann auch weiter verbreitet; der Hof aber wurde nunmehr Kestenbaum geheissen.
Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch