Mutabor Märchenstiftung

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Die drei Kreuze auf dem Hurderfelde

Land: Schweiz
Kanton: St. Gallen
Kategorie: Sage

Einst waren drei Burschen von Rapperschwyl am Zürichsee in weiter Ferne, und kehrten eines Abends bei einem alten Mütterchen am Wege ein. Ueberm Essen redeten sie vom lieben Schweizerlande und der freundlichen Halbinselstadt, wo sie geboren, und äusserten von Herzen den Wunsch, dort zu sein, und die monatlange Reise ersparen zu können, um die alten Eltern schneller zu grüssen. Die Wirthin meinte, da könnte wohl Rath werden, und zauberte die drei Jungen in einen Schlaf. Als sie aus demselben erwachten, wollte eben der Tag aufgehn, und sie hörten ein Glöcklein klingen. "Ei," rief der Eine verwundert aus, "wär's nicht so viele Meilen, wie wollt' ich wetten, das sei das Kapuzinerglöckchen zu Rapperschwyl und läute zur Morgenmette!" Kaum hatte er's gesagt, so fanden sie, dass sie sich auf freiem Felde befanden und zwar bei Hurden, einem Dörfchen im Kanton Schwyz und sahen Rapperschwyl drüben am See. Erstaunt kreuzten sie sich, dankten Gott, kehrten zu den Ihrigen, und errichteten dann an dem Orte, wo sie erwacht, drei hölzerne Kreuze, die heute noch stehen.

Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871 

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