Mutabor Märchenstiftung

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Der Schwörfinger

Land: Schweiz
Kanton: Schaffhausen
Kategorie: Sage

Als die Russen und Franzosen in der nordöstlichen Schweiz aneinander geriethen, mussten viele auf beiden Seiten ihr Leben lassen. Etliche warf man zusammen in grosse Gruben, goss Kalk über sie und deckte sie mit Schutt und Erde zu; andern grub man sorgfältige Gräber und bestattete sie zur Erde, wie es Christenmenschen geziemt. Unter den Letztern befand sich auch ein Russe von vornehmer Herkunft, wie es schien. Aber nachdem er begraben lag, sahen die Vorübergehenden alle Morgen sein Grab verletzt und wie von frischer Erde dampfend, und als sie näher hinzutraten, bemerkten sie, wie er die drei Finger des Eidschwures emporreckte und trotz aller Bemühungen nicht zudecken liess, woraus man vermuthete, er müsse bei seinen Lebzeiten einen Meineid gethan haben. Seine emporgehobenen Finger aber waren zu sehen, bis sie in Verwesung zerfielen.

Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871 

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