Mutabor Märchenstiftung

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Der Graf von Froburg

Land: Schweiz
Kanton: Solothurn
Kategorie: Sage

Der letzte Graf von Froburg war ausserordentlich reich. Wenn er sein Zehntgetreide einfahren liess, so brauchte er eine so lange Wagenreihe, dass der erste Wagen oft schon im Thor der Burg, der letzte aber noch zu Olten auf der Brücke war. Und doch beträgt von da aus der Weg auf's Schloss ein paar Stunden. Der Reichthum und die grosse, fast unbeschränkte Macht, welche der Graf über seine vielen Unterthanen ausübte, machten ihn stolz und übermüthig. Er fürchtete weder Gott noch Menschen. Da brach das grosse Erdbeben von 1356 herein, welches fast alle Juraburgen, niederwarf. Auch die stolze Froburg ward nicht verschont. Eben ritt der Graf über die Oltener Brücke, als ein Eilbote die plötzliche Nachricht von der Zerstörung der Veste, die für die Ewigkeit erbaut schien, meldete. Da lästerte der Graf und schwur: "So wahr ich der Herr des Landes bin, kein Pflug soll fürder durch die Felder gehen, bis dass durch den Frohndienst und den Schweiss der Bauern meine Burg wieder erbaut ist." Aber kaum hatte er ausgesprochen, so brach auch die Strafe Gottes herein; aus heiterem Himmel fuhr ein Blitz herab und erschlug den Uebelthäter inmitten seiner erschrockenen Lehensleute und Diener.

Unweit der Ruine befindet sich jetzt der Kurort Froburg, eine schöne, freundliche und vielbesuchte Anlage mit der herrlichsten Aussicht auf das Aarethal, die Jurahöhen und die Hochalpen.

Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871 

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