Die Stiftung des Klosters Engelberg
Freiherr Konrad von Seldenbüren hatte das Gelübde gemacht, in wilder Bergeinsamkeit des Unterwaldner Ländchens ein Kloster zu bauen. Als er das Thal hinaufzog, in dem Wolfenschiessen und Grafenort liegen, und an den Fuss des Hahnenberges kam, da tönte ihm mehrmals von diesem herab ein Engelgesang entgegen. Das war dem frommen Manne ein Zeichen vom Himmel, dass er hier sein Kloster bauen solle. Das hat er denn auch ausgeführt und dem Kloster den Namen Engelberg gegeben. Er ist dann selbst als Laienbruder in sein Kloster getreten. Später kehrte er aber wegen eines Streites zwischen dem Gotteshaus und seinen weltlichen Widersachern wieder in die Welt zurück, und ist dann im Jahre 1125 von seinen Feinden erstochen worden.
Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch