Die Alp Montagne de Leisette
An der Stelle des grossen Ferpècle-Gletschers, über den sehr geübte und abgehärtete Gletscherwanderer aus dem Eringerthal nach Zermatt im Nicolaithal gelangen, war einst die schöne, blumenreiche Alp Montagne de Leisette. Der Montminé dort war das Schloss eines Königs, des Re Borah und seiner schönen Tochter. Noch soll man da Treppen, Eingang und Gänge sehen; daher der Name des Berges. Das Kälterwerden des Klimas wurde bereits befürchtet, wie es scheint; denn Re Borah hatte seiner Tochter dringend befohlen, ihn zu benachrichtigen, sobald das Eis den Wasserbehälter (le bassin) decken würde. Die Prinzessin vergass es und wurde dafür vom Vater in den Grund des See's von Lona verflucht, wo sie noch jetzt als Sirene haust und ihrer Erlösung harret. Die Alp aber verschwand alsbald unter ewigem Eis.
Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch