Mutabor Märchenstiftung

Fachwissen, Kompetenz, kulturelle Vielfalt

 

 

Der hohle Baum in Menzingen

Land: Schweiz
Kanton: Zug
Kategorie: Sage

Mitten im Dorfe Menzingen soll ein Baum gestanden haben, der beim blasenden Winde alle neben- und nahestehenden Häuser zittern machte; so weit nämlich haben seine Wurzeln geschlagen. Die Einwohner wollten ihn umhauen lassen, aber es war Schaden für die nebenstehenden Häuser zu befürchten, und hinauf, um einzelne Aeste zuerst abzuschneiden, traute sich auch niemand, weil der ganze Baum hohl war. Da kam eben ein Bergmännchen daher, und den kleinen Wicht hielt man ganz, geeignet, den Baum seiner Aeste zu entledigen. Das Männlein, darum gebeten, erwies den Liebesdienst und begehrte den Lohn. Sobald es ihn erhalten, schlüpfte es in den hohlen Baumstamm und wurde nie wieder gesehen.

Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871 

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch