Bergmännchen will heirathen
In der Gemeinde Menzingen haben drei Heimwesen die Namen Mangeli (Mangel), Sparen und Hungerhältli. Im Sparen war ein Herdmanndli, welches einer Bauerntochter unablässlich nachstellte und es ihr sogar anthun konnte, dass sie mit ihm heirathen müsse, wenn sie nicht seinen Namen errathen könne. Da war alles Rathen umsonst, die Frist verstrich, nur noch ein Tag, und sie musste sich dem verabscheuten Männchen trauen lassen. Nun fiel ihr ein, auch dem Beichtvater ihren Kummer zu erzählen. Von ihm erhielt sie den Bescheid: sie solle abends vor der Höhle des Zwergleins auflauschen. Das Mädchen that es, sah und hörte, wie ihr Liebhaber halbnärrisch vor seiner Höhle tanzte und sang:
Hinecht choche-n-es Chrütli
Und morn hole mis Brütli,
Es weiss nit, dass i Senfchörnli heisse.
Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Schon wollte am folgenden Tag der kleine Freier seine Braut heimführen, als ein schlaues, schadenfrohes Lächeln über das Gesicht des Mädchens flog, indem dieses das befreiende Wort aussprach. Noch keinem Bräutigam klang sein eigener Name so qualvoll wie diesem, der jetzt ohne Braut abziehen musste.
Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch