Mutabor Märchenstiftung

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Goldkette zu Irchenhausen

Land: Schweiz
Kanton: Zürich
Kategorie: Sage

Beim Dorfe Irchenhausen am Pfäffikonersee zeigen sich die wohl erhaltenen Erdwerke eines römischen Castells. Ein Bauer daselbst hat jüngsthin Folgendes erzählt: Der frühere Besitzer dieses Platzes sah an manchen Abenden ein blaues Flämmchen innerhalb der alten Umwallung spielen. Weil dies stets ein Zeichen ist von unterirdisch verborgen liegenden Schätzen, die sich auf solche Weise anmelden, so begann er darnach zu graben und hatte lange aber vergeblich gearbeitet. Auf einmal jedoch fing es an im Loche zu blinken und zu funkeln. "Potz tausend, eine goldene Kette!" rief er, und schlug mit seinem Karst hastig drauf los. In diesem Augenblicke setzte sich die goldene Kette, denn eine solche hatte er seiner Meinung nach wirklich hervorgegraben, in Bewegung, und schlüpfte wie ein Wurm wieder in das Loch zurück. Nichts war ihm davon geblieben, als das letzte Kettenglied, das an der einen Zinke seines Karstes hing. Der Bauer machte sich in aller Stille davon, bot sein Gütchen feil, und kaufte sich baldmöglichst in einer andern Gegend ein nicht verzaubertes Heimwesen.

Quelle: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871 

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