Wie einer das Jauchzen lernte
Es war im Entlebuch üblich, wenn man die Kühe ab den Alpen that, die Pferde noch dort weiden zu lassen. Einmal sollte ein Senn solche Pferde heimholen. Beim Suchen verspätet, musste er in der Hütte übernachten. Er erwachte aus dem Schlafe und sah Zwerge fröhlich käsen. Sie grüssten ihn und sagten, dass die Milch, welche die Sennen verschütteten, ihnen zu gut komme, wenn der Verschüttende sage: "In Gottes Namen;" fluche er aber, sei sie verloren. Dann gaben sie ihm von der herrlichen Kuhmilch, führten ihm zwei Pferde vor und liessen ihm die Wahl, ob er lernen wolle singen, flöten, das Waldhorn spielen oder jauchzen. Er wünschte nur schön jauchzen zu können und das lehrten sie ihn so schön, dass ihm, als er auf dem Heimwege jauchzte, alle Thalbewohner folgten, so ausgezeichnet machte ers.
H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, zweiter Band, Aarau 1882.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch