Das wilde Pferd
Zwischen Charmey im Greierzerlande und le Pont-du-Vani (Felsbrücke) liegen mehrere Moos- oder Sumpfmatten, genannt les Bour liandé, wo man jedes Spätjahr viele Pferde weidet. Vor mehr als hundert Jahren gesellte sich jeden Abend ein Thier zu diesen, welches ihnen ähnlich sah und das man im Thale "das wilde Pferd" Zavudschavu hiess. Ging jemand nachts dort vorüber, so war das dem Anscheine nach zahme Thier stets bereit, sich reiten zu lassen; allein kaum sass man darauf, so sprang es wie wüthend in den daneben fliessenden Jaun und schwamm blitzschnell mit dem Reiter stromaufwärts, bis es ihn halberstarrt ans Ufer warf.
H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, zweiter Band, Aarau 1882.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch