Mutabor Märchenstiftung

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Der schwarze Ziegenbock

Land: Schweiz
Kanton: Aargau
Kategorie: Sage

Zwischen Gansingen und Büren im Aargau geht ein Fussweg längs dem dortigen Bache hin. Diesen wandelte oft ein zottelhaariger, grosser schwarzer Ziegenbock, der die Thalbewohner unter vielen Gestalten, bald auch als Pferd, Esel, als Eber mit Feueraugen, als Schwein, welches einen kleinen Wagen mit sich führte, schreckte. Auch als riesiger Mann erschien er. Man kannte den Weg, den er machte, die Plätze, wo er sich gern aufhielt, bei eintretendem Ungewitter, die fünf Häuser der "Vorhölle" zwischen Ober- und Nieder-Büren u. a., wo er sein Unwesen zur Belästigung der Bewohner trieb. Sommers weidete er dort auf einigen Matten, wo niemand Gras oder Heu zu sammeln wagte, weil er als Bock oder als Riese sie vertrieb, wie er Wanderer in den Bach warf oder sonst in Furcht jagte. Er stahl Säcke Hafermehl von den Wagen und Winters in den Scheunen Futter, Heu und Stroh.

H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, zweiter Band, Aarau 1882. 

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch