Mutabor Märchenstiftung

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Die Geister-Sau

Land: Schweiz
Kanton: Graubünden
Kategorie: Sage

Die Gegend, wo heute die Mühle und Säge in Räzüns stehen, heisst Giu Morè. Dort begrub man vor Zeiten die an der Pest Verstorbenen. Und eben im Giu Morè sieht man dann und wann eine riesige Sau mit fünf Jungen, und zwar zwischen Nacht- und Tagesanbruch.

Diese gespenstigen Thiere haben feurige, furchtbar grosse Augen, die Sau solche so gross wie Wagenräder, die Jungen aber solche nur wie Pflugsräder. Nicht jedermann kann sie sehen, sondern nur solche, die zu gewissen Stunden das Licht der Welt erblickt haben. So hatte sich die Rosa Maron einmal vor Tagesanbruch dorthin begeben, um beim Morgengrauen die über Nacht gefallenen Birnen aufzulesen. Sie sagte, lange hätten die bösen Thiere sie herumgejagt, und sie habe immer in einem gewissen Kreise herumlaufen müssen, bis der Messmer in St. Paul den Tag eingeläutet habe.

H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, zweiter Band, Aarau 1882. 

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch