Mutabor Märchenstiftung

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Der Riese und die drei Schächenthaler

Land: Schweiz
Kanton: Uri
Kategorie: Sage

Vor uralter Zeit kam über den See herein eine Riesenstärke nach AltorF und forderte einen Urner heraus, und wenn es keiner sei, so wäre es eine Schande für Uri.

In Altorf war keiner, der sich mit dem Fremdling zu messen getraute. Der Landammann wusste aber von drei starken jungen Männern im Schächenthale; er schickte hinein, es solle doch von den drei Brüdern einer kommen und Uris Ehre retten.

Die drei Brüder nöthigten jeder den andern, er soll gehen. Da sagte die Mutter zum jüngsten, er soll gehen, denn er könnte noch der stärkste sein, da er, als sie alle drei Anken (Butter) aus dem Kessel getrunken, um eine Fingerlänge tiefer in das Kessi hinunter habe trinken mögen. Und dieser ging nach Altorf. Der Landammann fragte ihn, ob er wolle zuerst zu Mittag essen, oder es mit dem Riesen ausmachen? Er aber sagte, er wolle zuerst das Essen verdienen und ging und packte den Riesen, drückte ihn in der Mitte zusammen und warf ihn beim Löwen in Altorf über den damals noch nicht gedeckten Bach hinüber, so dass er ohne Verstand da lag und bald seinen Geist aufgab. Dann ging er mit dem Landammann zum Essen. Beim Abschied wollte ihm der Landammann den Lohn geben, er aber wollte nichts, es war ihm genug, Uris Ehre gerettet zu haben. Wie man aber in ihn drang etwas anzunehmen, so sagte er, man könne ihm ein wenig Salz geben. Der Landammann befahl, ihm ein Salzfass herauszugeben und der gute Schächenthaler nahm das Salzfass auf die Achsel und ging damit ruhig dem Schächen zu, als ob er nur ein Viertel Mehl trüge.

H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, zweiter Band, Aarau 1882

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