Der Teufel und Wernhart zu Stretlingen
Zu Herrn Wernhart von Stretlingen kam in grosser Winterkälte der Teufel in der Gestalt eines Pilgers. Der Ritter erbarmte sich und schenkte ihm seinen Mantel. Als er später auf einer Wallfahrt auf dem Berge Garganus in der Lombardei gefangen wurde, erschien der Teufel in seinem Kerker, brachte ihm seinen Mantel wieder und erklärte, er habe von St. Michael den Befehl, ihn heim auf sein Schloss zu tragen, weil seine Frau diese Nacht mit einem andern Hochzeit halte. Es geschah. Wernhart kam als fremder Spielmann nach Stretlingen zur Mahlzeit, wozu er eingeladen wurde und wo er sich durch einen halben Ring zu erkennen gab und Weib, Schloss und Herrschaft wiederum erlanget.
H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, zweiter Band, Aarau 1882
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch