Mutabor Märchenstiftung

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Der Jurer

Land: Schweiz
Kanton: Uri
Kategorie: Sage

Stille Nacht bedeckt die Alp und Senn und Knechte sitzen froh am abendlichen Herd. Da hören sie ein Jauchzen und ein Juhen, das tönt von der Kuhfälle her und wandelt über Böden und Grät der Alpen hin. Unheimlich ist der Ruf. Es kündet sich ein Geist in Menschen- oder Thiergestalt. Die Auskunft gibt der alte wohlerfahrene Senn: "Es ist ein längst verblichener Küher, der zur Strafe dafür, dass er einst eine Kuh verwahrlost hat, hier wandeln, rufen, warnen muss. Nun lässt sich mit der Abfahrt nicht mehr säumen; vor übermorgen wird hoher Schnee die Alp bedecken. Damit kein Stück im Rückhalt bleibe und freventlich der Noth preisgegeben werde, sammelt früh das Vieh zur Abfahrt aus allen Gegenden zusammen, sorgsam und des Beispiels eingedenk."

H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, zweiter Band, Aarau 1882

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch