Das Feuermännchen
Vor dem Städtchen Erlach, rechts am Wege nach Vinelz, befindet sich ein grosser, schöner Baumgarten, die Scheuermatte genannt. Da sah man ehedem nicht selten, besonders zur Frühlings- und Herbstzeit, das "Brennemannli" (Feuermännchen) der Umzäunung entlang herumwandeln in Gestalt eines hellen Flämmchens, das sich bald vergrösserte und bald verkleinerte, bald hoch in die Luft stieg, bald dicht an der Erde schwebte, bald hüpfte und bald stille stand. Gewöhnlich blieb es zuletzt bei der Scheuer stehen und verschwand dann plötzlich. Man hat es oft kläglich seufzen und stöhnen hören. Es ist der Geist eines frühern Besitzers des Gutes, der sich durch Versetzung von Marksteinen da Ungerechtigkeiten hatte zu Schulden kommen lassen und zur verdienten Strafe dafür spuken muss.
H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, zweiter Band, Aarau 1882
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch