Mutabor Märchenstiftung

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Die weisse Frau auf Obersaxen

Land: Schweiz
Kanton: Graubünden
Kategorie: Sage

Einem armen Manne, der in später Stunde am Weihnachtsabende vom Maienhofe nach St. Martin heimwärts gehen wollte, begegnete im Tobel eine weisse Frau, die auf einem goldenen Wagen daher fuhr. Plötzlich hielt der Wagen still, die weisse Frau stieg aus und winkte dem Manne. Er ging hin und da bedeutete sie ihm, dass sie einen Nagel am Wagen verloren habe, er solle ihr einen schnitzen. Er that das, so gut es ging; die Frau dankte ihm und wies beim Abschiede ihn an, er solle die Späne vom Holze, das er zum Nagel gebraucht, sammeln und heimnehmen. Das that er, und nahm die Späne nur zur Erinnerung an die seltsame Erscheinung, die er gehabt, mit.

Zu Hause fand er, dass die Späne sich in lauteres Gold verwandelt hatten. Das Geschenk der guten Frau kam ihm recht gut, und von da an litten seine sieben Kleinen daheim auch nicht mehr Noth.

H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, zweiter Band, Aarau 1882

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