Der Weinverkauf
In Zizers lebte ein friedliches Ehepaar; er hiess Hans, sie Uschi (Ursule). Dasselbe hatte einst den in der Bütte (Weinkufe) noch befindlichen Wein schon verkauft. Der Trester (die Hülsen und Gerippe der Trauben) war gefroren, als der Küfer den Wein, den er auf sechs Zuber rechnete, abziehen wollte.
Aber als der Zapfen gezogen war, kamen — glugg — glugg — glugg so an zehn Mass zum Vorschein. Die guten Eheleute hatten ihn eben öfters probiert, ob er bald helle sei, und einige Nachbarn und Weinkenner, die zuweilen auch gekommen waren, bald zum Hans, bald zur Uschi, meinten auch, er sei bald helle und man könne nun ans Abziehen denken.
H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, zweiter Band, Aarau 1882
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch