Mutabor Märchenstiftung

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Bis 25 Vorbräute

Land: Schweiz
Kanton: Wallis
Region: Naters
Kategorie: Sage

In Naters will man in einer Schrift gelesen haben, im Aletsch (1756 m) sei ein roter Apfelbaum verteilt (vererbt) worden. Und in der Riederalp zeigt man einen Tisch von einem Nussbaum, der im Aletsch gewachsen sein soll. In der Alpe Zenbächen (2119 m) im innern Aletsch, kann man noch heute die «Schiebblatten» eines Stadels sehen. Und so erklärt sich denn auch, dass in Olmen (2443 m) und Aletsch behäbige Dörfer standen, die jährlich am Fronleichnamsfest sieben bemäntelte Herren und 25 in weisses Landtuch gekleidete Vorbräute nach Naters zur Kirche entsandten. In der Lüsgeralpe, Zen Tischen, war sogar eine ansehnliche Stadt.

Frühere schriftliche Quelle: Walliser Sagen, Historischer Verein von Oberwallis, Band 1 (1907), Nr. 2, S. 6, und WS 2, 1907, Nr. 121, S. 151, nach Tscheinen, 1872, Nr. 1, S. 4. (Tscheinen erwähnt 15 bemäntelte Vorsteher und 25 Vorbräute). Ferner Ruppen, 1872, Nr. 1, S. 106.

Erläuterung: Vorbräute, Tiechlimeidje oder Kränzlimeidje waren die ledigen heiratsfähigen Töchter einer Gemeinde.

Aus: Josef Guntern, Volkserzählungen aus dem Oberwallis. Sagen, Legenden, Märchen, Anekdoten aus dem deutschsprechenden Wallis. Basel 1978. © Mit freundlicher Genehmigung der Erbengemeinschaft. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung. www.maerchenstiftung.ch