Mutabor Märchenstiftung

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Die Stadt

Land: Schweiz
Kanton: Wallis
Region: Grengiols
Kategorie: Sage

Es gab eine Zeit, in der das Rottental einen See bildete. Die Wohnstätten lagen damals in höheren Gegenden; dort lebte man das ganze Jahr und besass Eigentum wie heute im Tal. Das beweisen die zahlreichen Hofstätten, die man noch sieht.

So wird auch behauptet, im Saflischgrund (2057 m) habe eine Stadt existiert, aus der gemantelte Herren bis nach Grengiols kamen. Noch heute kennen wir die Ebene mit Namen: «Zur Stadt» (2057 m). Ein Stäfel heisst daneben «Kirchenboden», weil dort die Kirche gestanden sei. Auch der «Tanzboden» besteht noch.

Die jetzige Alpe Furka (2425 m) beim Breithorn ist die höchste im Wallis. Vom Kraut kann man da heute nur mehr grad die Farbe sehen, aber früher sei es da so lang gewachsen, dass man, um einander zu necken, die Halmspitzen zusammenbinden konnte. Wer dann nicht gut auf den Boden schaute, verfing sich mit den Füssen und fiel um.

Erzählt von: Josef Volken, 65, Grengiols.

Aus: Josef Guntern, Volkserzählungen aus dem Oberwallis. Sagen, Legenden, Märchen, Anekdoten aus dem deutschsprechenden Wallis. Basel 1978. © Mit freundlicher Genehmigung der Erbengemeinschaft. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung. www.maerchenstiftung.ch