Mutabor Märchenstiftung

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Der Nussdieb

Land: Schweiz
Kanton: Wallis
Region: Törbel
Kategorie: Sage

Am Ausgang der Alpe Moos (2046 m) am Wege nach Törbel ist eine enge Passage, die durch Felsen eingesäumt wird. Einmal in der Nacht kam ein Mann hier vorbei und sah von ferne auf dem Felsen einen feurigen Riesen stehen, mit einem Bein auf dem rechten, mit dem andern Bein auf dem linken Felsen; unten führte der Weg durch, den der Mann gehen musste. Beherzt wagte er es und ging rasch unter dem «Bozen» durch. Als er vorbei war, drehte er sich um und fragte, was er hier tue. Der feurige Mann gab zur Antwort, er habe bei Lebzeiten auf der Alpe Moos Nüsse gestohlen und müsse den Frevel nun büssen. In neuerer Zeit hat man den Bozen jedoch nie mehr gesehen.

Frühere schriftliche Quelle: Stebler, Vispertaler Sonnenberge, 1921, S. 91.

Quellenangabe: Furrer, Statistik, 1852, ergänzt: «Jetzt findet man da oben noch einen Kirschbaum, der am Absterben ist» (S. 47).

Aus: Josef Guntern, Volkserzählungen aus dem Oberwallis. Sagen, Legenden, Märchen, Anekdoten aus dem deutschsprechenden Wallis. Basel 1978. © Mit freundlicher Genehmigung der Erbengemeinschaft. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung. www.maerchenstiftung.ch