Das Dorf im Augstbord
Das erste Dorf Embd soll früher im Augstbord (2175 m bis 2663 m) gestanden sein. Das Dorf ging dann unter, und die Leute bauten in tieferen Gegenden.
Die Monstranz der alten Kirche sei noch da, und sie wäre gar nicht schwer zu finden: ein Hahn könnte sie hervorscharren, wenn er wüsste wo. Vom Ort, wo heute das Wasser für die Hydranten gefasst wird, hiess es, da laufe das Wasser gerade über den Altar. Darum sage man auch: «Beim guten Brunnen».
Andere wieder wussten zu erzählen, dass im Augstbord ein Schatz begraben sei. Tatsache ist, dass es früher da oben viel «malmer» war als heute. Mein Grossvater fand in den glatten Wengen selber Rebstöcke, und blühende Apfelstauden sah ich auch. Viele Hofstätten sind oben noch heute sichtbar.
Aus: Josef Guntern, Volkserzählungen aus dem Oberwallis. Sagen, Legenden, Märchen, Anekdoten aus dem deutschsprechenden Wallis. Basel 1978. © Mit freundlicher Genehmigung der Erbengemeinschaft. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung. www.maerchenstiftung.ch