Zwei Weinkufen
Draussen in den «Chumminu» sei ganz früher ein Schafhirt gewesen. Der ist da im Sommer auch mit seinen Tieren gewesen. Da ist es den Leuten aufgefallen, dass dieser hin und wieder (fir und hinner) am Abend besoffen zurückgekommen sei. Das hat die Leute Wunder genommen, wo der das Saufen herhabe, und sie sind gegangen und haben ihm nachgepasst.
In einem grossen Ggufer (Steingeröll) drin, zwischen zwei hohen Felsen, habe er zwei Kufen gehabt. Die seien ganz übermoost gewesen, und da habe dieser Hirt herausgetrunken. Ob es denn wahr ist, weiss man nicht.
Erzählt von: Edelbert Lengen, 79, Embd.
Aus: Josef Guntern, Volkserzählungen aus dem Oberwallis. Sagen, Legenden, Märchen, Anekdoten aus dem deutschsprechenden Wallis. Basel 1978. © Mit freundlicher Genehmigung der Erbengemeinschaft. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung. www.maerchenstiftung.ch