Dreimal melken
Es ist eigenartig, dass in dieser schönen Gegend heute Grasmangel herrscht. Tatsächlich war es nach der Sage nicht immer so. Sie berichtet, dass früher unter der Siwileri hundert Kühe, zwischen ihr und der Gsponeri tausend Schafe gesommert werden konnten. Die Kühe mussten dreimal des Tages gemolken werden, bis eine leichtlebige Frau, der Arbeit überdrüssig, verwünscht habe: «Verflucht sei Muttrina und Hahnenfuss, dass ich dreimal im Tag das Kühlein melken muss!»
Seit dieser Zeit verschwand das fette Gras in dieser schönen Gegend.
Erzählt von: Alois Bumann, 74, Saas-Balen; Josef Noti, 61, Eisten.
Aus: Josef Guntern, Volkserzählungen aus dem Oberwallis. Sagen, Legenden, Märchen, Anekdoten aus dem deutschsprechenden Wallis. Basel 1978. © Mit freundlicher Genehmigung der Erbengemeinschaft. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung. www.maerchenstiftung.ch