Warum am Kornstengel nur eine Ähre wächst
Einmal ging der Herrgott über Feld. Da sah er eine Frau, die eine Hand voll Ähren pflückte und damit das Kind wischte. Da wurde der Herrgott zornig und sagte: «Wenn ihr die Gottesgabe so verachtet, so soll kein Brot mehr wachsen!» Da aber sagte die Mutter Gottes, er solle doch wenigstens noch eine Ähre wachsen lassen an jedem Stengel für Hund und Katze, denn die «vermöchten sich nichts». Da liess er eine Ähre am Kornhalm. (Leuk)
Frühere schriftliche Quelle: Jegerlehner, 1913, Nr. 5, S. 237.
Aus: Josef Guntern, Volkserzählungen aus dem Oberwallis. Sagen, Legenden, Märchen, Anekdoten aus dem deutschsprechenden Wallis. Basel 1978. © Mit freundlicher Genehmigung der Erbengemeinschaft. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung. www.maerchenstiftung.ch