Guttet
Das Dorf Guttet Stand zuerst in Spiu und Sämsu. Wir kennen eine Urkunde aus dem 13. Jahrhundert, worin es heisst: «Die Gemeinde Spiu und etliche Männer von Guttet».
In Sämsu sieht man noch die Märchen der ganz kleinen Äckerlein, die oft nicht viel grösser waren als zehn Quadratmeter. Das Wasser führten sie aus dem Bru heraus.
Im heutigen Dorf floss ein kleiner Brunnen, darum bauten sie ringsum Häuser. Aber auch hier gab es grosse Dürrezeiten. Mein Vater erzählte, die Leute mussten dann in Litergeschirren das Wasser, das man austeilte, holen. Wer Kranke im Hause hatte, bekam eine Portion mehr. Im Winter schmelzte man oft Schnee, um Wasser zu erhalten.
Erzählt von: Stephan Kuonen, 70, Guttet.
Aus: Josef Guntern, Volkserzählungen aus dem Oberwallis. Sagen, Legenden, Märchen, Anekdoten aus dem deutschsprechenden Wallis. Basel 1978. © Mit freundlicher Genehmigung der Erbengemeinschaft. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung. www.maerchenstiftung.ch