Das Doggi in Laus
Eines Abends gingen zwei Knaben von Surrhein nach Laus »z\'hengert.« Als sie zu einem Stalle kamen, sahen sie andere Burschen, die ihnen aufpassten, und sie versteckten sich ins Heu, das in diesem Stalle aufgehäuft war, um abzuwarten, bis die Andern gingen. Das Warten wurde ihnen aber zu lange, und sie schliefen ein.
Plötzlich fühlte Einer die schwere Bürde des Doggi\'s: er war seiner Sinne nur halb bewusst, und mit grösster Anstrengung suchte er das Ungetüm von sich abzuschütteln, was erst nach langem Kampfe ihm gelang. - Nach und nach seiner besser bewusst, schnellte er sich in die Höhe, das Doggi musste ihn loslassen und sich flüchten. - Er sah ihm, so gut die Dunkelheit es ihm gestattete, nach, als dasselbe in der Gestalt eines weissen Schweines den Heustall verliess.
Quelle: Volksthümliches aus Graubünden, D. Jecklin, vollständige Neuauflage, Berlin 2014
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.