Die gefangene Pest
Land: Schweiz
Kanton: Graubünden
Kategorie: Sage
Zur Pestzeit lebten in Fanas zwei Brüder. Diese bohrten in einen Tramen ihrer Stube ein Loch und sperrten da ihren Antheil Pest hinein, schlugen dann einen hölzernen Nagel in das Loch und begaben sich ins Ausland, bis die Pest vorüber und Alles wieder ruhig geworden war. Als sie nach Langem wieder heimgekehrt, zogen sie aus Mutwillen den Nagel aus der Wand, um das Wesen der toten Pest sich näher zu besehen; da kroch aber die lebend gebliebene Pest schnell heraus und tötete Beide auf der Stelle.
Quelle: Volksthümliches aus Graubünden, D. Jecklin, vollständige Neuauflage, Berlin 2014
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.