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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Der Drache in der Alpe Macun

Land: Schweiz
Kanton: Graubünden
Kategorie: Sage

Auf der Ostseite des Zernetzer-Kirchberges ist die Laviner Galtvieh-Alpe Macun, wo der grösste von den kleinen Alpseen von einem Drache bewohnt wird. Der steigt zuweilen aus dem Wasser, schüttelt die Flügel, und schaut grässlich um sich, dann schleicht er umher, bis er ein verlaufenes Rind antrifft, das er dann nach dem See hin zieht, um mit ihm in der Tiefe des Wassers zu verschwinden; hat er aber lange Zeit nichts mehr gekriegt, so brüllt er so schrecklich, dass man ihn über die Berge hört. - Kommt man bei schönem Wetter an diesem See vorbei, wirft einen Stein hinein, und trifft zufällig damit den Drachen, so schäumt der See so stark auf, wie beim ärgsten Sturme, es entsteht sodann ein entsetzlicher Nebel über dem Wasser, und aus diesem Nebel ein heftiger Platzregen. - Dann wird der See wieder ruhig.

Quelle: Volksthümliches aus Graubünden, D. Jecklin, vollständige Neuauflage, Berlin 2014

 

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.