Goldadern im Casana-Gebirge
Der Zusenne in der Casana-Alpe flüchtete in einem Ungewitter unter einen Felsen und wartete dort, bis dass der Regen vorüber war. In die Hütte zu seinen Kameraden zurückgekehrt, fanden diese etliche Tropfen massiven Goldes an seinem Hute angeklebt, welche, als er unter jenem Felsen gestanden, von oben herab auf seinen Hut getröpfelt waren. Die Höhle, wo er Schutz gefunden, war aber nicht mehr zu finden. -
Auch hat ein armer Mann in selbiger Gegend eine Goldader gefunden, zwei Mal davon geholt, und ist davon reich geworden. Als er nun das dritte Mal kam und noch mehr Gold haben wollte, konnte er seine Fundgrube unmöglich mehr finden. Als er nun traurig den Ort verliess, hörte er eine feine Stimme nachrufen: wenn er mit dem, was er bereits gefunden, gut umgehe, hätten er und seine Nachkommen alle genug. –
Quelle: Volksthümliches aus Graubünden, D. Jecklin, vollständige Neuauflage, Berlin 2014
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.