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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Der Schatz im Schlosse Felsberg

Land: Schweiz
Kanton: Graubünden
Kategorie: Sage

Es soll im Hügel, auf dem das Schloss Felsberg gestanden, ein Gemach sein, in welchem ein grosser Kasten sich vorfinde, der mit allerlei kostbaren Gegenständen angefüllt sei; unter diesen befinde sich auch ein goldenes Kegelspiel. Auf diesem Kasten sitze aber ein schwarzer Pudel, der diese Kostbarkeiten bewache. Von Zeit zu Zeit komme dieser Wächter auch zum Vorscheine, aber nur bei Nacht. Es gab dann auch Leute, welche gesehen haben, wie er seine Spaziergänge gemacht, und die vor grosser Angst ihm schön aus dem Wege gewichen seien. Gegenwärtig zeigt sich dieser Pudel nicht mehr, und als die Gemeinde Felsberg vor zirka 10 Jahren diesen Hügel zum grossen Teil abtragen liess, um ihr Schulhaus an diesem Platze zu erstellen kam auch kein unterirdisches Gemach zum Vorschein. -

Nach Andern muss der letzte Schlossherr von Felsberg während Frohnfasten alle Jahre, Nachts, eines begangenen Unrechtes willen, von einem Hunde mit feurigen Augen begleitet, sieben Mal um den Schlosshügel herumkriechen, auf allen Vieren, und dazu die übrige Zeit im Innersten des Schlosshügels ein goldenes Kegelspiel hüten, das Spielzeug der einstigen Zwingherren.

Quelle: Volksthümliches aus Graubünden, D. Jecklin, vollständige Neuauflage, Berlin 2014

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.