Der Heckenfischer auf Marmels
Es war im Jahre 1193, dass der Kardinal Cintius, als päpstlicher Gesandter und dessen Gefolge von Dänemark nach Rom zurückreisen wollte. Er nahm den Weg über die rätischen Gebirge und kam bei der Feste Marmels vorbei. Auf dieser sass der Heckenfischer Andreas von Marmels, der schon manchen Wanderer um seine Fahrhabe erleichtert haben mochte; der machte sich nun daran, den Kardinalen und seine Leute aufzufangen und in Haft zu setzen, auch ihr Eigentum als das Seine zu betrachten. Einer von den Gefangenen konnte entweichen und brachte die Untat aus. Da kam nun der mächtige Freiher Rudolf von Vatz (nach Andern Rudolf von Castelmur), der dem Räuber die Freilassung der Gefangenen und Rückgabe des geraubten Gutes zu Gebote anempfahl, wenn er nicht mit Fehde bedroht sein und sein Felsennest zerstört haben wolle.
Quelle: Volksthümliches aus Graubünden, D. Jecklin, vollständige Neuauflage, Berlin 2014
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.