Der letzte Herr von Neuenburg
Der Schweinehirt von Untervaz weidete einmal seine Borstentiere in der Nähe des Schlosses Neuenburg. Eines Derselben schrie auf einmal grässlich; da liefen nach dieser zahmen Bestien Art alle Andern hinzu, als ob sie ihr helfen wollten. Das sah der Zwingherr von einem Balkon herab und sagte, laut lachend: »Wenn die Bauern also zusammenstünden wie diese Schweine, so wären wir Herren des Lebens nicht mehr sicher.« Der Hirte hörte diese Worte und er erzählte daheim sein Abendeuer den Bauern. Die taten sich auch zusammen, belagerten und erstürmten Neuenburg und verbrannten das Schloss; den Zwingherrn aber Jagten sie ausser Land. - Nach Andern soll auch dieser Zwingherr auf einer Tenne mit Flegeln erschlagen worden sein.
Quelle: Volksthümliches aus Graubünden, D. Jecklin, vollständige Neuauflage, Berlin 2014
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.