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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

s Wibli vo Steckbore

Land: Schweiz
Kanton: St. Gallen
Kategorie: Sage

Vor alten Zeiten kam alle Jahre das sogenannte "Wibli vo Steckbore" zur Kirche, um da Weihnachten zu feiern. Noch jetzt besteht darum die Redensart: "Es lüt dem Wibli vo Steckbore!" Und die Kinder lassen auf der Straße den eintönigen Ruf erschallen: "Steckbore Wibli! Steckbore Wibli!"

Eine schon längst verstorbene Nachbarin sagte mir einst, es sollte heißen, 's Wibli vo Steckawege." Ein altes Mütterchen habe nämlich alljährlich am Weihnachtsabend den Gang zur Kirche von Hohenems gemacht. Alljährlich zur gleichen Stunde konnte man sein Lichtlein beobachten, wenn es die Gegend durchschritt, wo es in der "Stecken Wegen" hieß. Sobald die Leute das Lichtlein sahen, sagten sie: "Aha, 's Wibli vo Steckawege kunnt!"
U. Schawalder
 

Quelle: Sagen des Kantons St. Gallen, Jakob Kuoni, St. Gallen 1903, Nr. 60, S. 27

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.