Verbannt
Die Kapuziner können Geister, die an bewohnten Orten lästig werden, an eine einsame Stelle hinausbannen; zwei dieser Kuttenmänner nehmen ihn einfach in ihre Mitte und spazieren mit ihm eines schönen Morgens nach dem vereinbarten neuen Aufenthaltsort. Wer ihnen zufällig begegnet, hat sich nicht im mindesten zu fürchten; er sieht nur beiseite und schweigt fein still.
Ein solcher Geist sitzt im Geissbachtobel. Geht jemand auf die Alpen, und nimmt er zufällig im "Geissbachställeli" Nachtquartier, so kommt der garstige Kerl mitten in der Nacht und bläst dem Schläfer ins Gesicht, dass es bis am Morgen hoch aufschwillt und der Kopf so gross wird wie ein Melkeimer.
Nach N. Senn, Chronik.
Quelle: Sagen des Kantons St. Gallen, Jakob Kuoni, St. Gallen 1903, Nr. 134, S. 62f
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.