Die Pest, 1629 (Wartau/SG)
Auch Gretschins kennt das Sprüchlein:
Sieben Hansen in einem Grab!
Ist das nicht eine grosse Klag?
Die Todesfälle waren so häufig, dass bei den Beerdigungen nicht mehr geläutet und kein Gottesdienst gehalten wurde. Der Pfarrer meinte, unter diesen Umständen hätte er in seiner Gemeinde nichts mehr zu schaffen und ging nach Zürich. Er wurde aber zur Rückkehr angehalten und starb dann bald auch.
Den Totengräberdienst besorgten die Tiroler, von denen man glaubte, dass sie ein geheimes Schutzmittel besitzen.
Als der neugewählte Pfarrer von Gretschins durch das Dorf Uzmoos ging, trug er eine Geige auf dem Rücken. Einige Jünglinge hielten ihn für einen fahrenden Spielmann und verlangten von ihm, er solle ihnen auf der Tenne einige Tänze aufspielen. Und doch herrschte auch hier die Pest wie an andern Orten.
G. Leonhardi.
Quelle: Sagen des Kantons St. Gallen, Jakob Kuoni, St. Gallen 1903, Nr. 151, S. 71f
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.