Der seltsame Schuss
Der seltsame Schuss
Nach der Schlacht bei St. Jakob an der Sihl *) lagen die Eidgenossen noch etliche Tage in der Gegend von St. Jakob vor der Stadt. Da zog man die grossen Büchsen auf den Lindenhof und fing an, nach ihnen zu schiessen. Der erste Schuss ging bei St. Jakob durch eine Scheune und schoss einem Ross den hintern Teil weg, und niemand wusste, wie das geschah.
Hinter dieser Scheune sassen an einem langen Tisch viele Glarner. Da fuhr die Kugel der Länge nach über den ganzen Tisch weg und räumte alles ab, was drauf stand, Speise und Trank. Keinem geschah etwas, nur dem, der zuoberst am Tische gesessen, schoss sie den Kopf weg, als ob er mit dem Schwerte abgeschnitten worden wäre.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Stadt Zürich und Zürichsee
Teil nach Brennwald 2, 101, ins Neuhochdeutsche übertragen, sonst unverändert.
*) heute Stauffacherplatz
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.