Die Gespenster in Meilen
Die Gespenster in Meilen
Zwei achtjährige Knaben gingen an einem heissen Sommertag von Meilen die Pfannenstielstrasse hinauf. Als sie in die Gegend von Zumpernell kamen, sahen sie plötzlich einen grossen Mann quer über das Feld eilen, der mit lauter, schrecklicher Stimme etwas rief. Die Angst jagte die Bürschlein heim, wo sie erschöpft anlangten.
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Im Hause eines Mannes, der auf nicht ganz christliche Weise zu Reichtum gekommen war, ging es nach seinem Tode um. Bei Nacht haben „ihn“ Leute von der Seestrasse aus gesehen.
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Die Seele eines Mannes, der sich im oberen Weiher ertränkt hatte, fand keine Ruhe, bis sie von den Kapuzinern ins Wasser zurückgebannt wurde.
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Im Horn bannte die Kapuziner einen Leuteschinder, der nachts umging, in ein „Viertel“.
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Im „Löli“ ging lange Zeit die Seele eines ermordeten Mannes als „Zeusler“ um (irrlichterte).
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Stadt Zürich und Zürichsee
Nach Gchr. Meilen 1918.
Viertel = Getreidemass aus Holz. 1 Viertel Zürcher Mass = ca. 21 Liter
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.