Die Franzosen auf dem „Chotten"
Die Franzosen auf dem „Chotten"
Zwei Burschen hielten an einem Sonntag auf dem „Chotten“ *) Ausschau. Da sahen sie plötzlich vom „Strasshaus“ her eine Schwadron französischer Husaren anmarschieren. Sie nahmen an, die Feinde könnten am „Chotten“ vorbeikommen. Sie fassten daher den Entschluss, das Hornissennest in einer hohlen Esche im „Chottenhölzli“ zu stören, um die Husaren dadurch an der Durchreise zu hindern. Mit Steinen wurden die Hornissen bombardiert. Dann zogen sich die Täter auf den Heustock in der Scheune zurück. Durch die Spalten der „Bschlächti“ wurde der Weg kontrolliert, und die Burschen konnten sehen, wie die Hornissen die Pferde und die Husaren angriffen. Die Pferde bäumten sich hoch auf vor Schmerz und versuchten durchzubrennen. Die hintersten der Husarentruppe wollten das Chottenhölzli umreiten. Der Kommandant gab die Erlaubnis aber nicht. Alle mussten am Hornissennest vorbeireiten. Dann schwärmten die Husaren aus und suchten die Missetäter, fanden sie aber nicht.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Stadt Zürich und Zürichsee
Schriftliche Mitteilung von Peter Ziegler, Wädenswil, der die Sage von Landwirt Albert Haab im Steinacher, gest. 1955, erzählen hörte.
*) "Chotten" Pferch, Verschlag.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.