Das Gwelb
Der gewöhnliche Verbindungsweg zwischen Grossberg und Kleinberg, welche das tiefe Schilztobel trennt, führte früher über die hintere Naturbrücke, das Gwelb. Von der Kleinbergerseite stieg man durch eine Leiter auf dasselbe hinab. Der Weg wurde namentlich von den Ledigen zu nächtlichen „Stubetegängen" benutzt.
Einmal ging ein Grossberger, der am Kleinberg bei der „Stubete" gewesen, allein Heim. Er stiess beim Gwelb mit dem Fusse an einen weichen Gegenstand, wie an ein Bündel Kleider. Dann verlor er das Bewusstsein. Am Morgen beim Betläuten erwachte er in der Halde, auf dem Stegenbrückli. Wie er vom Gwelb weg heimgekommen, davon hatte er keine Ahnung.
J. B. Stoop
Quelle: Sagen des Kantons St. Gallen, Jakob Kuoni, St. Gallen 1903, Nr. 330, S. 183
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.