Das Federi-Mannli
Wo von den Grasbändern der Federi, am Schäniserberg, an sonnigen Augusttagen frohe Jauchzer der Wildheuer erschallen, wurde früher das saftige Gras von einer frohen Rindviehherde abgeweidet, die unter der Aufsicht eines Sennen stand. Nicht immer war der Mann gewissenhaft, und so erzählt uns die Sage, dass einst durch dessen unverantwortlichen Leichtsinn die ihm anvertraute kleine Kuhherde bei einem Hochgewitter den Tod fand. Zur Strafe nun für seinen Leichtsinn muss der Senn „wandeln". Bei herannahenden Wettern husche er geisterhaft um die Felsen und locke in ergreifenden Wehrufen die durch seine Schuld zu Grunde gerichtete Herde.
A. Seliner
Quelle: Sagen des Kantons St. Gallen, Jakob Kuoni, St. Gallen 1903, Nr. 382, S. 218
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.